Wie oft und was sollte ein Hund fressen?

Wie häufig ein Hund gefüttert werden sollte, lässt sich nicht pauschal für jeden Hund gleich beantworten. Wichtig ist vor allem eine Fütterung, die zum Alltag, zum Alter, zur Aktivität und zur Verträglichkeit des einzelnen Hundes passt. Für viele Haushunde ist eine verlässliche Routine hilfreich, weil sie Orientierung gibt und Futterneid oder hastiges Fressen nicht zusätzlich begünstigt.

Wild lebende Wölfe kennen keine gleichmäßige Futterportion. Bei gutem Beuteangebot fressen sie mehrmals am Tag. Manchmal ist die Jagd hingegen für mehrere Tage erfolglos. Man hat beobachtet, dass Wölfe unter solchen Bedingungen bis zu zwei Wochen ohne Futter auskamen. Sobald es ihnen gelingt, wieder Beute zu machen, fressen sie enorme Mengen.

Mancher Hundehalter vermutet deshalb, es sei artgerecht, auch Hunde unregelmäßig zu füttern, gelegentlich sogar einen Fastentag einzulegen. Heutigen Erkenntnissen zufolge wäre es jedoch falsch, die Gegebenheiten der Wildnis auf die Haustierfütterung zu übertragen. Auch Menschen lebten einst als Jäger und Sammler. Selbstverständlich gab es damals auch für sie kein gleichmäßiges Nahrungsangebot. Hungerperioden wechselten immer wieder mit Phasen üppiger Versorgung. Dennoch käme niemand auf die Idee, dass es für den heutigen Menschen gesünder sein könnte, nur selten und unregelmäßig zu essen. Das gleiche gilt für Hunde.

Praktische Hinweise für die Fütterungsroutine

Im Alltag hilft es, den Hund möglichst in einer ruhigen Umgebung fressen zu lassen. Ein fester Futterplatz kann dabei unterstützen, dass die Mahlzeit nicht mit Konkurrenz, Hektik oder Ablenkung verbunden wird.

Hilfreich ist außerdem, das Fressverhalten aufmerksam zu beobachten: Frisst der Hund entspannt oder sehr hastig? Bleibt Futter liegen? Verträgt er sein Futter nach einer Umstellung weiterhin gut? Solche Beobachtungen sind oft aussagekräftiger als starre Regeln.

Futterumstellungen sollten behutsam erfolgen. Wenn Unsicherheit besteht oder ein Hund dauerhaft auffällig frisst, häufig erbricht oder Futter schlecht verträgt, ist fachkundiger Rat sinnvoll.

Hin und wieder kann man beobachten, dass ein Hund sein Futter in Rekordgeschwindigkeit verschlingt, um sich bald darauf in eine ruhige Ecke zurückzuziehen, in der alles noch einmal hervorgewürgt wird, um dann in Ruhe erneut verspeist zu werden. Dieses Verhalten ist zum Beispiel bei Tieren zu beobachten, die für eine Weile im Tierheim gelebt haben. In der Konkurrenz untereinander wird bei so engem Zusammenleben jeder Bissen zunächst einmal sichergestellt, um ihn dem Zugriff der anderen zu entziehen. Ein Instinkt, der auf das Leben in der Wildnis zurückgeht, wo wenig Zeit zum Fressen bleibt, weil man stets Gefahr läuft, dass einem gute Bissen abgejagt werden könnten.

Woran man eine passende Fütterung erkennt

Eine geeignete Fütterung zeigt sich nicht nur an der Futtersorte, sondern auch daran, ob der Hund mit der gewählten Routine gut zurechtkommt. Dabei lohnt es sich, einige einfache Fragen zu stellen.

  • Passt das Futter zum Alter, zur Aktivität und zu den Gewohnheiten des Hundes?
  • Frisst der Hund ruhig und ohne auffälligen Stress?
  • Wird das Futter nach einer Umstellung weiterhin gut vertragen?
  • Gibt es wiederkehrende Auffälligkeiten, die fachkundig eingeordnet werden sollten?

Solche Fragen ersetzen keine individuelle Beratung, können aber helfen, die tägliche Fütterung bewusster zu beobachten und nicht allein nach allgemeinen Vermutungen zu entscheiden.

Beim Fressen vegetarisch lebender Beutetiere nehmen Wölfe auch eine Menge pflanzlicher Substanzen auf. Es kommt also automatisch zu einer gesunden Mischung verschiedener Nahrungsbestandteile. Das gleiche gilt für den Hund. Er sollte auf keinen Fall nur vegetarisch oder ausschließlich fleischlich ernährt werden, sondern stets eine ausgewogene Mischung erhalten. In den meisten angebotenen Futtersorten ist das bereits berücksichtigt.

Gelegentlich fressen Hunde kleine Mengen Gras. Offenbar spüren sie instinktiv, wann es ihnen gut tut. Es geht dabei vermutlich um den Saft aus den Halmen. Forscher vermuten, dass ein darin enthaltenes Vitamin, die Folsäure, aufgenommen werden soll. Gelegentlich wird auch Gras gefressen, um einen verdorbenen Magen zu „kurieren“. Die gefressenen Grashalme werden nach einiger Zeit, gemeinsam mit Nahrung, die Verdauungsprobleme verursacht hatte, wieder erbrochen. Ob das Gras lediglich das Erbrechen unterstützt oder ob die im Gras enthaltenen Substanzen die Verdauung wieder ins Lot bringen – quasi eine Art „Underberg für Hunde“ – ist unter Fachleuten noch umstritten.

Häufige Fragen zur Hundefütterung

Sollte ein Hund immer zur gleichen Zeit fressen?

Eine regelmäßige Routine kann vielen Hunden Sicherheit geben. Entscheidend ist aber, dass die Fütterung zum Hund und zum Haushalt passt und der Hund damit gut zurechtkommt.

Was kann man tun, wenn ein Hund sehr hastig frisst?

Zunächst sollte die Fütterung möglichst ruhig und ohne Konkurrenz stattfinden. Bei dauerhaft auffälligem Verhalten kann fachkundige Einschätzung helfen, die Ursache besser einzuordnen.

Wie sollte man bei einem Futterwechsel vorgehen?

Eine Umstellung sollte nicht unnötig abrupt erfolgen. Sinnvoll ist, den Hund dabei aufmerksam zu beobachten und bei Unverträglichkeiten oder Unsicherheit Rat einzuholen.

Wann ist fachkundiger Rat sinnvoll?

Wenn ein Hund Futter wiederholt schlecht verträgt, stark verändertes Fressverhalten zeigt oder Halter unsicher sind, sollte die Situation fachkundig abgeklärt werden.