Spürhunde – Supernasen mit täglichem Training

Spürhunde übernehmen sehr unterschiedliche Aufgaben. Sie werden dort eingesetzt, wo ihre feine Nase, ihre Konzentration und die enge Zusammenarbeit mit dem Menschen besonders wichtig sind. Der Schwerpunkt liegt dabei immer auf dem Zusammenspiel aus Geruchssinn, Ausbildung, Motivation und Vertrauen. Auch tägliches Training spielt dabei eine wichtige Rolle.

Ob bei der Suche nach vermissten Personen, im Dienst von Behörden oder bei anderen spezialisierten Suchaufgaben: Ein Spürhund arbeitet nicht allein mit seiner Nase. Ebenso wichtig sind klare Signale, verlässliche Führung, passende Pausen und eine Aufgabe, die der Hund versteht und gerne ausführt.

Wenn es darum geht, verschüttete Erdbeben- oder Lawinenopfer aufzuspüren, sind Rettungshunde unverzichtbar. Rettungshundestaffeln müssen stets einsatzbereit sein, um im Ernstfall im Unglücksgebiet umgehend helfen zu können. Oft zählt jede Stunde, um noch Überlebende finden zu können. Doch auch beim Aufspüren von Leichen, ist die Hundenase unschlagbar. Personensuchhunde können Tote noch nach Monaten entdecken, denn der menschliche Eigengeruch bleibt lange erhalten.

Auch beim Zoll setzt man auf die Hilfe der Supernasen. Drogensuchhunde können eine Vielzahl von Rauschgiften auffinden. Selbst dann, wenn der Stoff tief in einem Container verborgen, in Folien eingeschweißt und von anderen Gerüchen überlagert ist. Bei der Polizei werden Hunde zu Schutz- und Spürhunden ausgebildet. In deren Diensthundestaffeln achtet man darauf, Tiere mit einer „Grundaggressivität“ auszuwählen. Größe und Kondition spielen ebenso eine Rolle. Als besonders geeignete Rassen für den Polizeidienst gelten Schäferhund, Rottweiler, Riesenschnauzer, Dobermann, Boxer und Airedaleterrier. Anders als von vielen vermutet, kommen durchaus nicht nur Rüden in Frage, auch Hündinnen haben gute Chancen.

Welche Eigenschaften ein Spürhund mitbringen sollte

Für die Arbeit als Spürhund kommt es nicht nur auf Kraft oder Größe an. Wichtig ist vor allem, dass ein Hund Freude an der Suche zeigt und sich über längere Zeit auf eine Aufgabe konzentrieren kann. Lernbereitschaft, Neugier und die Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit dem Menschen sind dabei zentrale Voraussetzungen.

Ebenso bedeutsam ist eine stabile Bindung zum Hundeführer. Der Hund muss Signale verstehen, sich führen lassen und auch in ungewohnten Situationen ansprechbar bleiben. Ob ein Tier für eine bestimmte Aufgabe geeignet ist, zeigt sich deshalb meist erst im Zusammenspiel aus Grundausbildung, Alltagserfahrung und gezieltem Training.

Die Bindung eines Diensthundes an seinen Hundeführer und sein absoluter Gehorsam führen zu einer festen, lebenslangen Bindung, die auch daheim nicht aufhört. Beide leben zusammen, auch nach Dienstschluss. Für den jungen Hund beginnt schon früh die Grundausbildung, in der er grundlegende Kommandos und Gehorsamsregeln lernt. Das Training für seine spezifischen Einsatzaufgaben baut darauf auf und begleitet ihn ein Leben lang. Wird das Gewünschte sicher aufgespürt, so gibt es eine Belohnung, zum Beispiel ein Spielzeug. Etwa zehn Jahre bleibt ein Spürhund im aktiven Dienst, bevor er in „Rente“ geht. Damit er die Lust nie verliert, wechseln Trainingseinheiten mit Toben und Spielphasen ab. Hundeführer legen für ihre „Kollegen“ immer auch entspannte Intervalle ein, damit sie bei Laune bleiben. Während der Ausbildung zeigt sich, ob ein Hund besondere Fähigkeiten hat, die dann gezielt weiter geschult werden können. So finden sich beispielsweise Vierbeiner, die besonderes Talent zum Aufspüren von Sprengstoffen oder Munition haben.

Training, Motivation und Pausen

Ein gutes Training lebt von Wiederholung, klaren Abläufen und positiver Motivation. Kurze, gut verständliche Einheiten helfen dem Hund, seine Aufgabe einzuordnen und konzentriert zu bleiben. Dabei geht es nicht darum, den Hund dauerhaft zu fordern, sondern die Suche für ihn nachvollziehbar und lohnend zu gestalten.

Belohnungen wie Spiel, Lob oder ein vertrauter Gegenstand stärken die Freude an der Aufgabe. Genauso wichtig sind Pausen, in denen der Hund abschalten kann. Wer mit Spürhunden arbeitet, muss deshalb aufmerksam beobachten, wann Konzentration nachlässt und wann Erholung nötig ist.

Professionelles Schnüffeln strengt an. Etwa dreihundert mal pro Minute wird die Luft in der Hundenase eingesogen, um das gesuchte Aroma zu erschnuppern. Nach einer Viertelstunde ist ein Spürhund buchstäblich „aus der Puste“ und braucht eine Verschnaufpause, bevor es erneut weitergehen kann. Dass der Geruchssinn von Hunden für den Menschen unverzichtbar geworden ist, liegt daran, dass seine Nervenzellen in diesem Bereich um ein Vielfaches besser ausgebildet sind. Vergleicht man die Menge der Geruchssinneszellen eines Menschen mit denen eines Spürhundes, so ist deren Verhältnis zueinander etwa so, wie das eines DIN A4 Blattes zu einem Tennisplatz. Sogar Feinschmecker profitieren gelegentlich von besonders geschulten Hundenasen, auch wenn die meisten das nie erfahren: Bei der Suche nach echten Trüffeln werden nämlich längst nicht mehr nur die klassischen Trüffelschweine, sondern immer öfter auch Trüffelhunde eingesetzt, mit beachtlichem Erfolg für die Gourmets.

Häufige Fragen zu Spürhunden

Warum brauchen Spürhunde Pausen?

Die Suche über Gerüche verlangt hohe Konzentration. Pausen helfen dem Hund, sich zu erholen und die Motivation zu behalten. Ohne Erholungsphasen kann die Aufmerksamkeit nachlassen.

Warum ist Belohnung so wichtig?

Belohnung zeigt dem Hund, dass er die Aufgabe richtig gelöst hat. Sie verbindet die Suche mit einem positiven Erlebnis und unterstützt damit die Bereitschaft, auch künftig aufmerksam mitzuarbeiten.

Wodurch unterscheiden sich verschiedene Einsatzbereiche?

Die Grundidee ist ähnlich: Der Hund soll einen bestimmten Geruch erkennen und anzeigen. Unterschiedlich sind jedoch Umgebung, Aufgabe, Ausbildungsschwerpunkt und die Anforderungen an Ruhe, Ausdauer und Zusammenarbeit mit dem Hundeführer.