Mehr, als nur Gassi gehen
Manche gute Geschäftsidee entsteht einfach dadurch, dass Waren, Dienstleistungen oder Serviceangebote, die man selber gerne hätte, nicht angeboten werden oder nicht in der Form, die man sich wünschen würde. So ging es Rabea Ali. Sie hat einen Hund und sie reist gerne. Am liebsten natürlich mit ihrem Vierbeiner. Und am Urlaubsort wandert sie gerne. Klar, dass ihr Jack- Russell-Terrier auch dabei gerne mitkommt. Hundefreundliche Hotels gibt es bereits seit langem. Wanderreisen werden auch reichlich angeboten. Aber die Integration beider Angebote, an der haperte es bislang. Um diesem Umstand abzuhelfen, gründete Frau Ali www.hundewandern.de und schloss mit ihrer Agentur in Extertal eine Marktlücke. Ausgewählte Wanderrouten, passende Unterkünfte und Anreisemöglichkeiten sind aufeinander abgestimmt, werden dadurch von Anfang an auch dem Reisen auf vier Pfoten gerecht. Alles kann integriert gebucht werden. Rabea Ali ist gelernte Tourismusexpertin. So fiel es ihr leicht, das vorhandene Know-how um die Details der neu gestellten Herausforderung zu erweitern. Da ihr neuer Service über eine gute Online-Präsenz verfügt, wird sie von Kunden aus dem gesamten deutschsprachigen Raum gefunden. Das Angebot ist ein Riesenerfolg geworden. Mittlerweile werden mit zahlreichen Mitarbeitern bereits rund 250 Wanderungen pro Jahr durchgeführt. Die Agenturgründerin kommt selbst kaum noch dazu, daran teilzunehmen. Wer den eigenen Hund nicht auf jede Reise mitnehmen kann, sollte einen passenden Hundesitter sorgfältig auswählen.
Vorbereitung auf eine Wanderung mit Hund
Wer mit Hund wandern möchte, sollte die Tour nicht nur nach der Landschaft auswählen. Wichtig ist auch, ob Strecke, Dauer und Gelände zum eigenen Hund passen. Ein gemütlicher Spaziergänger braucht andere Bedingungen als ein Hund, der längere Wege gewohnt ist.
Vor dem Start hilft es, Pausen einzuplanen, Wetter und Untergrund im Blick zu behalten und unterwegs genügend Zeit für Erholung einzuplanen. Gerade bei organisierten Touren ist es sinnvoll, vorab zu klären, wie anspruchsvoll die Route ist und ob es Ausweichmöglichkeiten gibt.
Bei Unsicherheit, etwa wenn ein Hund schnell ermüdet oder besondere Bedürfnisse hat, sollte man vorsichtig planen und fachkundig nachfragen. So bleibt die Wanderung für Mensch und Hund entspannter.
Für die Hunde ist so eine Reise natürlich ein Hochgenuss. Sie vereint die Vorzüge des ohnehin beliebten Spaziergangs mit Herrchen und/oder Frauchen mit dem Treffen mit anderen Kumpels auf der Hundespielwiese. Beides wird normalerweise als viel zu kurz empfunden. Man würde gerne noch viel weiter gehen, viel länger toben. Beim Hundewandern hingegen, kann der Spaziergang stundenlang dauern und an anderen Vierbeinern herrscht auch kein Mangel. Beginnend mit einfachen Tageswanderungen kann man zunächst einmal erkunden, ob einem die Sache liegt. Das Spektrum umfaßt zahlreiche Wanderreisen im In- und Ausland. Auch etliche Kanutouren sind dabei. Auch Abenteuerwanderungen, Foto- oder Pilgertouren gibt es und sogar solche, die speziell auf die Bedürfnisse älterer Hunde zugeschnitten sind.
Worauf man bei der Auswahl einer Tour achten kann
Ob eine Tageswanderung, eine mehrtägige Reise oder eine besondere Themenwanderung besser passt, hängt stark vom Hund, vom Menschen und von der gemeinsamen Erfahrung ab. Für den Einstieg kann eine kürzere Tour helfen, die Abläufe kennenzulernen und zu sehen, wie der Hund auf Gruppe, Umgebung und längere Wege reagiert.
Vor einer Buchung lohnt es sich, einige Punkte in Ruhe zu prüfen:
- Passt die Streckenlänge zum eigenen Hund und zur eigenen Kondition?
- Kommt der Hund voraussichtlich mit anderen Hunden in einer Gruppe zurecht?
- Sind Unterkunft, Anreise und Tagesablauf hundefreundlich organisiert?
- Gibt es klare Informationen dazu, was mitzubringen ist und wer vor Ort Ansprechpartner ist?
- Lässt sich die Tour bei Bedarf an ein ruhigeres Tempo anpassen?
Kurze Checkliste für Hundewanderungen
Eine einfache Vorbereitung macht viele Wanderungen angenehmer. Die folgende Checkliste ersetzt keine individuelle Planung, kann aber als Orientierung dienen:
- ausreichend Wasser für den Hund einplanen
- regelmäßige Pausen vorsehen
- Leine, Geschirr oder Halsband passend zur Tour bereithalten
- Rücksicht auf andere Wanderer, Hunde und die Umgebung nehmen
- Buchungsunterlagen und Hinweise des Anbieters prüfen
- vorab klären, wer bei Fragen während der Tour ansprechbar ist
Aus den gewonnenen Erfahrungen ist inzwischen sogar ein Ratgeberbuch entstanden. Der Titel „Wandern mit dem Hund“, ISBN 978-3-938071-66-3, kann zum Preis von 9,90 EUR erworben werden. Hier gibt es viele Tipps für die richtige Vorbereitung, bis hin zu Ratschlägen, was bei wunden Füßen und Pfoten zu tun ist.
Häufige Fragen zum Hundewandern
Für welche Hunde kann Hundewandern geeignet sein?
Hundewandern kann für Hunde interessant sein, die gern draußen unterwegs sind und mit längeren Wegen grundsätzlich gut zurechtkommen. Entscheidend ist nicht nur die Größe oder Rasse, sondern auch, wie fit, gelassen und gruppentauglich der einzelne Hund ist.
Warum kann eine Tageswanderung zum Einstieg sinnvoll sein?
Eine Tageswanderung bietet die Möglichkeit, das gemeinsame Wandern in einer Gruppe auszuprobieren, ohne gleich eine längere Reise zu planen. So lässt sich besser einschätzen, ob diese Art von Urlaub zu Hund und Halter passt.
Was sollte vor einer organisierten Hundewanderreise geklärt werden?
Vorab sollten Streckenprofil, Unterkunft, Anreise, Gruppengröße und die Erwartungen an Mensch und Hund möglichst klar sein. Auch praktische Fragen wie Pausen, Mitnahme von Ausrüstung und Ansprechpartner vor Ort lassen sich am besten vor der Buchung klären.


