Rund jeder fünfte Haushalt in Deutschland hält mindestens einen Hund. Nach der Heimtierstudie von IVH und ZZF lebten 2023 etwa 10,5 Millionen Hunde in 21 Prozent der Haushalte. Damit ist der Hund nach der Katze das zweithäufigste Heimtier im Land. Doch die Vierbeiner verteilen sich keineswegs gleichmäßig über die Republik. Wo leben die meisten Hunde, und wo kommen auf 1.000 Einwohner besonders viele Tiere?
Die Bundesländer im Überblick
Eine Aufschlüsselung nach Bundesländern veröffentlichen die Branchenverbände nicht regelmäßig. Die letzte verfügbare Verteilung stammt aus dem Jahr 2018 und wurde von Statista zusammengestellt. Damals lebten bundesweit rund 9,4 Millionen Hunde. Die Tabelle zeigt die Zahlen je Bundesland, dazu die Einwohnerzahl Ende 2018 und die daraus berechnete Hundedichte.
| Bundesland | Hunde 2018 (Mio.) | Einwohner 2018 (Mio.) | Hunde je 1.000 Einwohner (ca.) |
|---|---|---|---|
| Nordrhein-Westfalen | 2,2 | 17,9 | 123 |
| Bayern | 1,3 | 13,1 | 99 |
| Baden-Württemberg | 1,1 | 11,1 | 99 |
| Niedersachsen | 1,0 | 8,0 | 125 |
| Hessen | 0,6 | 6,3 | 96 |
| Sachsen | 0,5 | 4,1 | 123 |
| Rheinland-Pfalz | 0,4 | 4,1 | 98 |
| Schleswig-Holstein | 0,4 | 2,9 | 138 |
| Brandenburg | 0,3 | 2,5 | 119 |
| Berlin | 0,3 | 3,6 | 82 |
| Sachsen-Anhalt | 0,3 | 2,2 | 136 |
| Mecklenburg-Vorpommern | 0,2 | 1,6 | 124 |
| Thüringen | 0,2 | 2,1 | 93 |
| Hamburg, Bremen, Saarland | je max. 0,2 | 1,8 / 0,7 / 1,0 | – |
| Deutschland gesamt | 9,4 | 83,0 | 113 |
Quellen: Statista, „Anzahl der Hunde nach Bundesländern in Deutschland 2018“ (veröffentlicht Februar 2020); Einwohnerzahlen zum 31.12.2018 nach Statistischem Bundesamt; Gesamtzahl der Hunde nach IVH/ZZF 2018. Die Hundezahlen sind in der Quelle auf 100.000 gerundet, die Dichte je 1.000 Einwohner ist deshalb nur ein Richtwert. Für Hamburg, Bremen und das Saarland weist die Quelle jeweils höchstens 0,2 Millionen Hunde aus, ohne genaue Angabe.
Was die Zahlen zeigen
Die absolute Zahl folgt der Einwohnerzahl. Nordrhein-Westfalen liegt mit rund 2,2 Millionen Hunden klar vorn, dahinter folgen Bayern und Baden-Württemberg. Das ist wenig überraschend, denn in diesen drei Ländern lebt fast die Hälfte aller Menschen in Deutschland.
Die Dichte erzählt eine andere Geschichte. Setzt man die Hunde ins Verhältnis zur Bevölkerung, liegen eher ländlich geprägte Länder vorn: Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern kommen auf deutlich mehr als 120 Hunde je 1.000 Einwohner. Auch Nordrhein-Westfalen und Sachsen liegen über dem Bundesschnitt von rund 113.
Stadtstaaten liegen hinten. Berlin kommt auf gut 80 Hunde je 1.000 Einwohner und damit auf den niedrigsten Wert der Tabelle. Wer in der Großstadt wohnt, hat seltener einen Garten, kleinere Wohnungen und längere Wege zur nächsten Freilauffläche. Das bremst die Hundehaltung spürbar, wie wir schon im Artikel Wo lebt es sich als Hund am besten? beschrieben haben.
Der Süden ist eher Katzenland. Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz bleiben mit rund 100 Hunden je 1.000 Einwohner unter dem Durchschnitt, obwohl dort viele Menschen im ländlichen Raum leben.
Wie sich der Hundebestand seit 2018 entwickelt hat
Die Verteilung auf die Länder dürfte sich seit 2018 kaum verschoben haben, die Gesamtzahl aber schon. Während der Corona-Jahre schafften sich viele Haushalte einen Hund an: Von rund 9,4 Millionen Tieren im Jahr 2018 stieg der Bestand bis 2021 auf etwa 10,3 Millionen und lag 2023 bei rund 10,5 Millionen. Seither stagniert die Zahl, wie die Heimtierstudie der Universität Göttingen für IVH und ZZF zeigt. Auch der Anteil der Haushalte mit Hund stieg in diesem Zeitraum von 19 auf 21 Prozent.
Einen Hinweis auf die regionale Verteilung liefert außerdem die Hundesteuer. Sie wird von den Kommunen erhoben und brachte 2023 bundesweit rund 421 Millionen Euro ein, ein Rekordwert. Da die Steuersätze von Gemeinde zu Gemeinde stark schwanken, taugt sie allerdings nur bedingt als Maßstab für die Zahl der Tiere.
Warum die Zahlen für Hundehalter interessant sind
Wer mit Hund umzieht oder sich einen anschafft, findet in Regionen mit hoher Hundedichte meist mehr Infrastruktur: Hundewiesen, Hundeschulen, Tierärzte und Pensionen richten sich nach der Nachfrage. Gleichzeitig steigt dort die Konkurrenz um Freilaufflächen. In Städten mit niedriger Dichte wie Berlin oder Hamburg ist das Angebot zwar kleiner, aber meist dichter beieinander.
Mehr zum Alltag mit Hund findest du in unseren Ratgebern zur Hundeerziehung und zur Hundepflege. Und wer seinen Hund auf Reisen mitnehmen will, findet im Ratgeber Hundehotel Tipps für die Unterkunft.


