Bullterrier
Der Bullterrier stammt aus Großbritannien und ist ein kräftig gebauter und muskulöser Hund. Er hat einen durchdringenden und ebenso entschlossenen Ausdruck. Der Kopf ist eiförmig, das Haar kurz und glatt. Ebenmäßig und meist rein weiß ist sein Fell. Das Tier hat kleine, steif aufgerichtete Ohren, die nah beieinander liegen. Die FCI erkennt den Hund als eigenständige Rasse an. Idealerweise ist er eigensinnig, feurig und tapfer. Sein Wesen ist ausgeglichen, diszipliniert und freundlich. In den meisten deutschen Bundesländern ist die Zucht und/oder Haltung der Tiere verboten oder eingeschränkt. Der Import von Bullterriern ist gesetzlich verboten.
Passt ein Bullterrier zu mir?
Ein Bullterrier ist ein kräftiger, temperamentvoller Hund, der nicht nur nach seinem Aussehen beurteilt werden sollte. Wer sich für diese Rasse interessiert, sollte ausreichend Zeit, Geduld und Verantwortungsbewusstsein mitbringen. Wichtig ist ein Alltag, in dem der Hund klare Regeln, verlässliche Abläufe und genügend Beschäftigung erhält.
Geeignet ist ein Bullterrier vor allem für Menschen, die konsequent, ruhig und fair mit einem Hund umgehen können. Unsicherheit, Härte oder wechselnde Regeln können im Zusammenleben schnell zu Problemen führen. Auch das Umfeld sollte bedacht werden: Wohnsituation, Nachbarschaft, Familie und die Möglichkeiten für Spaziergänge und Training spielen eine wichtige Rolle.
Da rund um die Haltung je nach Region besondere Vorgaben gelten können, sollte man sich vor einer Anschaffung sorgfältig bei den zuständigen Stellen informieren. Der Artikel kann dabei nur eine allgemeine Orientierung geben und keine individuelle Prüfung ersetzen.
Geschichte des Bullterriers
Die Zucht begann in Mittelengland, wo einst Tierkämpfe geführt wurden, die für das Volk eine beliebte Abwechslung darstellten. Der Vollblut-Bulldog war nicht das ideale Tier für die Kämpfe. Gesucht wurde ein Hund, der klein und beweglich ist. Er sollte schnell sein, Mut und Aggressivität besitzen, um die Hundekämpfe spektakulärer zu machen. Die gesuchte Hunderasse sollte Leistungsfähig sein und eine zum Beißen besser geeignete Schnauze besitzen.
Die Entstehung des Bull Terrier
Der Bull Terrier ist eine Kreuzung aus englischer Bulldogge des alten Typs, dem 1880 ausgestorbenen White English Terrier sowie dem Dalmatiner. Heute noch gibt es Tiere, die optisch einer bestimmten Kreuzungsrasse besonders ähnlich sehen. Eher hochläufige, leichtere und elegantere Bullterrier verfügen über mehr Dalmatiner Eigenschaften. Die englische Bulldogge kommt besonders hervor, wenn ein Tier kurzläufig, knochenstark, schwer und plump ist. Genauso gibt es den Terriertyp, der verstärkt Terrier Eigenschaften besitzt. Der perfekte Bullterrier ist der Allrounder, der alle drei Hundetypen zu gleichen Teilen in sich vereint.
Neben dem Hundekampf wurde der Bullterrier damals auch zum Rattentöten und Dachse-Ziehen eingesetzt. Nachdem die Hundekämpfe in vielen europäischen Ländern verboten wurden, änderten sich die Zuchtstrategien der Zuchtvereine, so dass große Zuchtverbände heute Bullterrier als Familienhunde züchten. Der Miniature Bull Terrier mit einer Widerristhöhe von bis zu 35,5 Zentimetern ist ebenfalls von der FCI anerkannt.
Alltag, Erziehung und Beschäftigung
Im Alltag profitiert ein Bullterrier von klaren Strukturen. Regelmäßige Spaziergänge, gemeinsame Übungen und ruhige Erholungsphasen helfen dabei, den Hund ausgeglichen zu führen. Neben körperlicher Bewegung ist auch geistige Beschäftigung sinnvoll, etwa durch einfache Suchspiele, Grundgehorsam oder Aufgaben, bei denen der Hund mit seinem Menschen zusammenarbeitet.
Die Erziehung sollte früh beginnen und freundlich, aber konsequent sein. Wichtig sind eine gute Gewöhnung an unterschiedliche Alltagssituationen und ein kontrollierter Umgang mit Menschen, anderen Hunden und Umweltreizen. Gerade bei einem kräftigen Hund ist es hilfreich, Leinenführigkeit, Rückruf und Ruhe zuverlässig aufzubauen.
Typische Fehler sind eine Anschaffung aus reiner Faszination für das Erscheinungsbild, zu wenig Zeit für Training oder ein Umgang, der entweder zu nachlässig oder zu hart ist. Besser ist ein besonnener, verlässlicher Stil, bei dem der Hund Orientierung bekommt und unerwünschtes Verhalten nicht unbeabsichtigt verstärkt wird.
Checkliste vor der Anschaffung
- Ist genügend Zeit für tägliche Bewegung, Training und gemeinsame Beschäftigung vorhanden?
- Passt ein kräftiger, eigenwilliger Hund zur eigenen Erfahrung und zum persönlichen Alltag?
- Sind alle Familienmitglieder bereit, klare Regeln im Umgang mit dem Hund einzuhalten?
- Ist die Wohnsituation geeignet, auch mit Blick auf Nachbarschaft, Umfeld und Auslaufmöglichkeiten?
- Wurden regionale Vorgaben und mögliche Auflagen sorgfältig geprüft?
- Gibt es eine realistische Planung für Betreuung, Urlaub und längere Abwesenheiten?
- Wurde bedacht, dass ein Hund dieser Rasse eine langfristige Verantwortung bedeutet?
Häufige Fragen zum Bullterrier
Ist der Bullterrier ein Familienhund?
Der Bullterrier wird heute auch als Familienhund gezüchtet. Ob er gut in eine Familie passt, hängt jedoch stark von Erziehung, Alltag, Erfahrung der Halter und dem respektvollen Umgang aller Beteiligten ab. Kinder und Hund sollten nicht ohne passende Anleitung und Aufsicht miteinander umgehen.
Wie wichtig ist Erziehung bei dieser Rasse?
Erziehung ist beim Bullterrier sehr wichtig, weil er kräftig, lebhaft und eigenständig sein kann. Klare Regeln, Geduld und konsequentes Training erleichtern das Zusammenleben und helfen dem Hund, sich sicher im Alltag zu orientieren.
Was sollte man vor dem Kauf besonders prüfen?
Vor der Anschaffung sollten Interessenten prüfen, ob die Rasse zur eigenen Lebenssituation passt. Dazu gehören Zeit, Erfahrung, Wohnumfeld, langfristige Verantwortung und die sorgfältige Klärung regionaler Vorgaben. Eine spontane Entscheidung ist bei dieser Rasse nicht ratsam.


