Bernhardiner Hund

Bernhardiner

Diese Hunderasse, auch St. Bernhardshund genannt, kommt ursprünglich aus der Schweiz. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts diente sie der Unterstützung von Mönchen. Die Augustiner-Mönche des Hospizes auf dem Großen Sankt Bernhard nutzten den Bernhardiner als Lawinenhund, wodurch er berühmt wurde. Da allerdings der zeitgenössische Bernhardiner inzwischen zu massig geworden ist, kann man ihn nicht mehr als Lawinenhund einsetzen – er wurde vom Deutschen Schäferhund und seit Neuestem auch dem Belgischen Schäferhund abgelöst.

Das Fell des Bernhardiners ist stock- oder langhaarig, glatt anliegend und recht dicht. Es hat die Farben rotbraun und weiß in verschiedenen Nuancen und zeichnet sich durch weiße Flecken aus, die er an den Pfoten, an der Nase, der Brust und der Rutenspitze besitzt.

Die Widerristhöhe beträgt bis zu 90 Zentimeter. Diese Hunderasse war zu Beginn des 20. Jahrhunderts kleiner als sie es jetzt ist. Durch die Zucht wurde der Bernhardiner weniger leistungsfähig, sodass er als Rettungshund nicht mehr geeignet ist.

Um kaum einen Hund gibt es so viele mythische Geschichten zu erzählen; eine davon ist die der berühmten Schnapsflasche, den der Bernhardiner um den Hals tragen soll, um den Lawinenopfern einen Schluck zur Aufwärmung geben zu können. Diese Legende geht sehr wahrscheinlich auf einen Brief von einem Soldaten Napoleons zurück, in dem dieser eine ähnliche Situation beschrieb. Allerdings waren die Chorherren seinerzeit wohl mit der Versorgung der vielen Soldaten überfordert und hatten die Hunde kurzfristig als Transporttiere benutzt.

Bis zum Jahre 2005 war der Hauptzuchtort dieser Rasse immer noch das Hospiz auf dem Großen Sankt Bernhard. Dann verkauften die Mönche ihre Zucht an eine Stiftung, die sie nun weiterführt. Da allerdings die Hunde eine bedeutende Touristenattraktion sind, befinden sie sich in den Sommermonaten dennoch auf dem Hospiz.

Obwohl diese Hunderasse vor allem durch ihre Masse und Größe ins Auge sticht, ist der Bernhardiner von seinem Wesen her sehr sensibel, liebevoll und sanftmütig sogar Fremden gegenüber. Man kann ihn als ruhig beschreiben – allerdings sollte man seinen ausgeprägten Beschützerinstinkt nicht unterschätzen. Ebenso den sogenannten „Dickkopf“, den man ihm nachsagt. Er ist wetterfühlig und –fest und hat einen sehr guten Orientierungssinn.

Haltung im Alltag

Im Alltag braucht ein Bernhardiner vor allem einen ruhigen, verlässlichen Umgang und Menschen, die seine Größe realistisch einschätzen. Auch wenn er häufig gelassen wirkt, sollte er früh lernen, sich in verschiedenen Alltagssituationen sicher und kontrolliert zu bewegen.

Ausreichend Platz im Zuhause und gut planbare Abläufe sind für einen sehr großen Hund besonders wichtig. Regelmäßige Spaziergänge, angemessene Beschäftigung und klare Regeln helfen dabei, seine Kraft in geordnete Bahnen zu lenken. Dabei sollte die Erziehung freundlich, konsequent und geduldig erfolgen.

Das dichte Fell benötigt regelmäßige Pflege, damit lose Haare, Schmutz und kleinere Verfilzungen rechtzeitig entfernt werden. Gerade bei einem Hund dieser Größe ist es sinnvoll, Pflegeroutinen wie Bürsten, Abtrocknen und ruhiges Stillhalten früh positiv aufzubauen.

Passt ein Bernhardiner zu mir?

Vor der Anschaffung sollte gut überlegt werden, ob ein sehr großer Hund zur eigenen Wohnsituation und zum Alltag passt. Entscheidend ist nicht nur die verfügbare Fläche, sondern auch, ob Wege, Treppen, Auto und Tagesablauf mit einem schweren Hund vereinbar sind.

Wichtig ist außerdem, dass alle Familienmitglieder mit Größe, Kraft und Ruhebedürfnis des Bernhardiners umgehen können. Wer einen Bernhardiner halten möchte, sollte Zeit für Erziehung, Pflege, Beschäftigung und eine verlässliche Alltagsstruktur einplanen.

Aufgrund seines imposanten Äußeren ist die Lebenserwartung des Bernhardiners eher gering. Die Gefahr, eine Hüftgelenkdysplasie oder Magendrehung zu erleiden oder an Knochenkrebs zu erkranken, ist deutlich höher als bei anderen Hunderassen.

Kurze Checkliste vor der Anschaffung

  • Ist im Zuhause genügend Platz für einen sehr großen Hund vorhanden?
  • Können Spaziergänge, Pflege und Erziehung dauerhaft in den Alltag integriert werden?
  • Ist passende Ausstattung für Größe und Gewicht des Hundes eingeplant?
  • Haben alle im Haushalt die Möglichkeit, den Hund ruhig und konsequent zu führen?
  • Wurde die Rasse vorab kennengelernt, zum Beispiel durch Gespräche mit erfahrenen Haltern, Züchtern oder Fachleuten?
  • Gibt es bei gesundheitlichen Unsicherheiten die Bereitschaft, tierärztlichen Rat einzuholen?

Häufige Fragen zum Bernhardiner

Ist der Bernhardiner ein Familienhund?

Der Bernhardiner gilt als sanftmütig und menschenbezogen. Ob er gut in eine Familie passt, hängt aber stark von Erziehung, Platz, Alltag und dem verantwortungsvollen Umgang mit seiner Größe ab.

Braucht ein Bernhardiner viel Bewegung?

Er ist meist kein hektischer Hund, benötigt aber regelmäßige Bewegung und Beschäftigung. Wichtig sind passende, ruhige Aktivitäten und eine Belastung, die zu Alter, Kondition und Gesundheitszustand des Hundes passt.

Ist die Fellpflege aufwendig?

Das dichte Fell sollte regelmäßig gepflegt werden. Besonders während stärkerer Haarwechselzeiten kann häufigeres Bürsten hilfreich sein, damit das Fell sauber und gepflegt bleibt.

Was sollte man wegen seiner Größe beachten?

Die Größe des Bernhardiners wirkt sich auf viele Alltagssituationen aus: vom Platz im Haus über das Ein- und Aussteigen im Auto bis zum sicheren Führen an der Leine. Eine frühe, freundliche und konsequente Erziehung ist deshalb besonders wichtig.

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